Kunst im öffentlichen Raum wurde in der Vergangenheit nicht selten als Aufwertungsmaßnahme und Aneignung eines Ortes zugunsten einer qualifizierten Öffentlichkeit eingesetzt.
Heiko Zahlmanns Arbeit „20357“ begreift sich nicht ausschließlich als ortsspezifische Skulptur für Bewohner und Besucher des Karolinenviertels, sondern ist darüber hinaus begehbar und verfügt über einen zusätzlichen Gebrauchswert. Dieser Aspekt macht 20357 auch für Teilöffentlichkeiten wie Skateboardfahrer interessant, deren Anwesenheit im öffentlichen Raum oftmals als Problem wahrgenommen wird, da sich diese den urbanen Raum für ihre Zwecke – und damit oft entgegen den Intentionen von Architekten und Stadtplanern – aneignen.
Zahlmann, als Graffitikünstler ebenfalls aus einer Subkultur kommend, hat sich bewusst für vielfältige Nutzungsmöglichkeiten seiner Skulptur entschieden und dem Karolinenplatz so einen wahrhaft öffentlichen Charakter verliehen.
Natürlich wird diese Entscheidung zu Interessenkonflikten zwischen unterschiedlichen Nutzergruppen des Platzes führen, doch wird sich anhand dieser Diskussionen auch zeigen, wie heterogen das Hamburger Karolinenviertel noch ist.

Uwe Lewitzky, Ex-Skater und Sammlungsleiter der Sammlung Falckenberg in Hamburg

 

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H.Zahlmann, 20357, pigmentierter Beton, Hamburg 2007

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H.Zahlmann, 20357, Modell für die begehbare Betonskulptur, 2007